Chronik der
Freiwilligen Feuerwehr Salmrohr von 1931 bis 1971
(aus Protokollbuch,
zusammengestellt anlässlich des 40-jährigen Stiftungsfestes 1972)
Die Gemeinde Salmrohr hatte bis 1931 eine Pflichtfeuerwehr unter Leitung von Brandmeister Wilhelm Follmann. Am 19. Januar 1931 wurde unter Mitwirkung von Amtsbürgermeister Arend, Branddirektor Schaefer aus Wittlich, Ortsbürgermeister Junk und der damaligen Gemeindevertretung in einer öffentlichen Versammlung die
„Freiwillige Feuerwehr Salmrohr“
gegründet. Etwa 50 Mitglieder schrieben sich ein und wünschten eine Aufnahme in die neu gegründete Wehr. Brandmeister Wilhelm Follmann, der bis zu diesem Zeitpunkt die Pflichtfeuerwehr leitete, wurde zum Ehrenbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr ernannt. Als neuer Brandmeister wurde Georg Metzger gewählt. Mit großen Eifer und lobenswertem Idealismus konnte die Ausbildung begonnen werden. Infolge eines großen Mangels an Löschgeräten gab es große Schwierigkeiten bei den ersten Brandeinsätzen. Georg Metzger führte die Wehr bis 1942.
Peter Mehn übernahm nun die Führung der Wehr. Zu Anfang des Krieges sank die Zahl der aktiven Feuerwehrleute bedingt durch die Einberufung zur Wehrmacht rapide. Es wurden nun Jugendliche aus der HJ in die Feuerwehr verpflichtet, deren überregionale Ausbilder aus Dreis und Wittlich waren. Diese Wehr mit Alters- und Jugendabteilung wurde bis nach dem Krieg aufrechterhalten. Während und nach dem Krieg konnte kein Löschgerät und kein Schlauchmaterial beschafft werden. Peter Mehn musste 1945 das Amt des Wehrführers aus gesundheitlichen Gründen aufgeben.
Sein Nachfolger wurde Matthias Öffling. Infolge der Nachkriegsverhältnisse brach auch unsere Freiwillige Feuerwehr, wie viele Organisationen und Vereine in Deutschland, auseinander.
Im Oktober 1949 konnte mit dem Wiederaufbau der Feuerwehr begonnen werden. In einer von Amtsbürgermeister Lehmann einberufenen Versammlung wurde der Wiederaufbau beschlossen. Die Besatzungsmächte ließen nur eine Höchstmitgliederzahl von 21 zu. Trotzdem meldeten sich 35 Freiwillige, die zum Feuerwehrdienst bereit waren. Matthias Barzen wurde zum Brandmeister gewählt. Mit der Neuausrüstung der Wehr konnte begonnen werden. Dank der finanziellen Unterstützung des Amtes Wittlich-Land und der Gemeinde konnten neue Geräte und Schläuche beschafft werden.
1951 war es endlich soweit: Die Feuerwehr-Sirene konnte angeschafft werden. Sie wurde auf dem Dach der Dorfkirche installiert. Damit wurde der Hornist abgelöst, der bisher die Feuerwehrmänner zum Feuerwehrdienst rief.
1953 konnte die Wehr neben Arbeitsanzügen auch Ausgehuniformen beschaffen. Durch gute Zusammenarbeit und Opfergeist konnte aus der Freiwilligen Feuerwehr heraus 1955 ein Musikzug gebildet werden. Die Feuerwehrkapelle (später Musikverein) zählte bei der Gründung 25 Mitglieder. Hans Kuhnen übernahm in uneigennütziger Weise die Ausbildung und Leitung des Musikzuges.
1956 konnte die Freiwillige Feuerwehr ihr 25-jähriges Stiftungsfest feiern. Die Wehr zählte zu diesem Zeitpunkt 32 aktive und 15 inaktive Mitglieder.
In der vergangenen Zeit gab es recht viele Brandeinsätze, zu denen auch oft die Nachbarschaftshilfe notwendig war. Auch rückte unsere Wehr oft zur Brandbekämpfung in die benachbarten Dörfer aus. Nachfolgend die wichtigsten Einsätze von 1931 bis 1956:
21.02.34 Scheunenbrand Hof Haardt, Altich
03.10.35 Strohbrand Zender, Salmrohr
08.12.36 Scheunenbrand Lanberty, Salmrohr
27.01.40 Bäckereibrand Ludes, Salmrohr
18.09.40 Großbrand durch Fliegerangriff, Salmrohr
05.11.43 Decken- und Dachbrand Esch, Salmrohr
24.12.44 Großbrand durch Fliegerangriff, Wittlich
25.12.44 Großbrand durch Fliegerangriff, Wagner und Thiel, Salmrohr
13.08.47 Waldbrand Burgberg, Dreis
03.08.48 Scheunenbrand Eifel, Altrich
08.08.49 Großbrand Holzlager, Bahnhof Salmrohr
12.06.51 Dachbrand Nazareth-Haus St. Josef, Salmrohr
29.07.51 Scheunenbrand v.Pidoll, Dörbach
23.11.52 Kaminbrand Hower-Mertes, Salmrohr
15.11.53 Kaminbrand Öffling, Salmrohr
05.02.54 Waldbrand, Esch
28.02.54
Kaminbrand Kranz, Salmrohr
1960 wurde eine Motorspritze angeschafft. Die Saug- und Druckspritze, die von 16 Feuerwehrleuten in Großeinsätzen bedient werden musste, wich der modernen Tragkraftspritze TS 8/8. Diese Pumpe fördert bei 8 Atü Druck im Ausgangsstutzen 800 Liter Wasser in 1 Minute.
Brandmeister Barzen war von 1949 bis Ende 1961 als Wehrführer tätig, bis er die Wehr aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr führen konnte.
Josef Junk war dann vom 1. Januar 1962 bis zum Dezember 1963 Brandmeister. 1962 nahm unsere Wehr am Landesfeuerwehr-Wettbewerb des Amtes Wittlich-Land teil und belegte hinter Wengerohr den zweiten Platz.
1963 konnte man das neue Feuerwehrgerätehaus beziehen. Ein modernes Gerätehaus mit 2 Einstellplätzen für Feuerwehrfahrzeuge und ein Mannschaftsraum sind nun die Unterkunft unserer Wehr. Im gleichen Jahr wurde auch ein Tragkraftspritzenanhänger Eigentum der Freiwilligen Feuerwehr Salmrohr. Unsere Wehr war nun mit sehr modernen Löschgeräten ausgerüstet, was sich positiv auf die Brandbekämpfung auswirkte.
Nach dem Ausscheiden von Brandmeister Josef Junk übernahm am 1. Januar 1964 Philipp Hower das Amt des Wehrführers. Im Jahr 1966 beschloss man, die Feuerwehrausbildung zu intensivieren. Laut Vorstandsbeschluß gründete man eine Jugendfeuerwehr, in der sich 11 junge Menschen zusammen fanden. Weil kurz vorher einige Feuerwehrkameraden die Landesfeuerwehrschule in Koblenz besuchten, wurde diesen Jugendlichen eine sehr fachgerechte Ausbildung zuteil. Bei den ersten Kreiswettkämpfen 1967 wurde unsere Jungendwehr Kreismeister und zugleich Gewinner des Landrat-Pokals, der dreimal gewonnen werden konnte. Die Jugendfeuerwehr konnte in den Jahren 1968 und 69 ihren Sieg in Wittlich trotz starker Konkurrenz wiederholen.
Trotz der zeitraubenden Ausbildung der Jugendwehr wurde auch die Ausbildung der aktiven Wehr intensiviert. Die Einsatzbereitschaft der Wehr wurde in den letzten Jahren sehr oft geprüft. Einen Blick in die Brandgeschichte der letzten 15 Jahre gibt folgende Aufstellung:
21.01.56 Kaminbrand Ww. Öffling, Salmrohr
18.03.56 Brand Wohn- und Wirtschaftsgebäude Hoffmann, Salmrohr
21.02.62 Waldbrand J. Neujoks, Salmrohr
17.09.63 Brand Wohn- und Wirtschaftsgebäude Follmann-Esch, Salmrohr
17.12.64 Rauchhausbrand J. Neujoks, Salmrohr
16.07.65 Bienenhausbrand Schmitz, Salmrohr
14.03.67 Waldbrand, Dörbach
06.07.67 Brand Müllkippe, Salmrohr
20.07.67 Brand von bitum. Stoffen, Kerpen, Salmrohr
01.09.68 Brand Sägewerk Kranz, Salmrohr
10.03.69
Brand des Wirtschaftsgebäudes Lönard, Salmrohr
14.02.70 Brand des Wirtschaftsgebäudes Metzger, Salmrohr
05.08.70
Brand eines Waggons, Bahnhof Salmrohr
In der Chronik sollte vermerkt werden, dass die Brandursachen sehr verschieden waren. In den letzten Jahren mussten einige Brände bekämpft werden, bei denen Brandstiftung als Ursache ermittelt wurde.
Nun sollte auch erwähnt werden, dass unsere Wehr auch in guter Zusammenarbeit mit benachbarten Wehren recht erfolgreich war. Besonders lobenswert ist auch die Hilfsbereitschaft der Dörbacher Wehr, die uns bei allen Einsätzen in der Gemeinde recht tatkräftig unterstützte. Die Wehr zählte am 1.Januar 1970 35 aktive Mitglieder unter der Leitung von Philipp Hower, der am 01.01.1970 zum Brandobermeister und Verbandswehrführer ernannt wurde.
Im Jahre 1970 meldete sich unsere Wehr wieder zu den Feuerwehrwettkämpfen des Kreises Bernkastel-Wittlich. Unsere relativ junge Wettkampfgruppe belegte den 5. Platz.
In unserer Gemeinde besteht ein positives Interesse am
Feuerwehrdienst, was sich an der hohen Mitgliederzahl zeigt. 1970 entschloß man
sich zum Kauf von Atemschutzgeräten, die den Einsatz bei Schwelbränden
gefahrloser machen.
Nun sollte allen Gründern, Förderern und Mitgliedern unserer Wehr gedankt werden, die es ermöglichen, im Jahre 1972 unser 40-jähriges Stiftungsfest zu feiern. Unsere Wehr wird weiterhin zu jeder Stunde bereit sein unter dem Motto:
„Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“
Chronik von 1972 bis
1978
(aus Protokollbuch,
zusammengestellt Jan. 2003 von A. Klein aus Niederschriften der
Jahreshauptversammlungen)
1972 feierte die Freiwillige Feuerwehr Salmrohr 3 Tage lang ihr 40-jähriges Stiftungsfest im beheizten Festzelt am Sportplatz unter der Schirmherrschaft von Landrat Gestrich. Viele Gastwehren, eine Schauübung und die mitwirkenden Ortsvereine machten das Fest zu einem großen Erfolg.
In den 70er Jahren stiegen die Anforderungen an die Feuerwehr: zunehmend waren Einsätze bei Verkehrsunfällen und die Gefährdung bei der Fa. Felke (1973: Brand Kesselhaus) zu verzeichnen. Deshalb wurde die Ausrüstung der Wehr verstärkt. Im November 1975 wurden ein neues Großtanklöschfahrzeug sowie ein Mannschaftswagen in Dienst gestellt. Zur Unterbringung reichte das vorhandene Gerätehaus nicht mehr aus. Deshalb wurde mit Eigenleistung der Wehr das leer stehende Stierstallgebäude zum neuen Feuerwehr-Gerätehaus umgebaut. Bei der Renovierung der Wendelinus-Kapelle beteiligten sich die Wehrmitglieder mit insgesamt 420 Arbeitsstunden.
Im Jahre 1976 wurde das neue Tanklöschfahrzeug bei 8 Waldbränden (bedingt durch die große Trockenheit) auch überörtlich eingesetzt – 1977 erfolgte die Ausstattung des Fahrzeuges mit einem Vielkanal-Funkgerät. Ebenso unternahm man 1977 eine 4-tägige Ausflugsfahrt in den deutschen Alpenraum, die von den Mitgliedern sehr positiv aufgenommen wurden, so dass in der Folge alle 2 Jahre solche größeren Ausflüge unternommen wurden.
Am 21.03.1978 kam es aufgrund der Gesetzgebung zum Zusammenschluß der Wehren aus Salmrohr und Dörbach zur Freiwilligen Feuerwehr Salmtal und der Wahl des neuen Wehrführers Josef Thiel aus Dörbach.