Zeitungsartikel des Trierischen Volksfreundes zu der Waldbrandserie in Rivenich
(12.-15. August 2003)

(in chronologischer Reihenfolge)


12.August 2003

Rivenich: Fünf Hektar Wald und Weinberge verbrannt

RIVENICH. Verbrannt sind rund fünf Hektar Gemeindewald und Weinberge am Montag Nachmittag gegen 18 Uhr in Rivenich auf dem Distrikt „Fuchsberg“. Durch sofortige Löschmaßnahmen durch die Feuerwehren Rivenich, Hetzerath, Sehlem, Salmtal und Neumagen-Dhron konnte der Brandherd schnell eingedämmt werden. Der Brand ist nach Einschätzung der Feuerwehr bei dem heißen Wetter durch Selbstentzündung entstanden. Die Höhe des Sachschadens ist noch nicht bekannt.

(Quelle: Trierischer Volksfreund)


Kreis-Feuerwehren im Dauereinsatz

RIVENICH/HETZERATH. (mai) Die Feuerwehren im Kreis hatten in den vergangenen beiden Tagen alle Hände voll zu tun.

 


 
 Verstärkung für die Feuerwehr: Auf dem "Fuchsberg" bei Rivenich unterstützte die Firma Enders die Löscharbeiten mit ihrem Tankwagen.Foto: Marion Maier

Gestern Vormittag brannte es auf einem Feld zwischen Hetzerath und Klüsserath. Etwa 55 Minuten brauchten die Feuerwehren von Hetzerath, Sehlem, Salmtal, Schweich und Klüsserath zusammen mit vier Bauern, die mit ihren Güllefässern halfen, um das Feuer unter Kontrolle zu bekommen.

Doch als in Hetzerath die Flammen noch loderten, kam bereits der nächste Alarm: Feuer bei Rivenich auf dem "Fuchsberg". Die Wehren von Salmtal und Hetzerath konnten gleich weiterfahren. Verstärkung bekamen sie aus Rivenich, Neumagen, Piesport und Niederemmel. 2,5 Hektar Wiese und angrenzende Sträucher verbrannten dort. Nur weil der Wind aus Richtung Hetzerath kam, bleib der Wald verschont.

Am Nachmittag kam es bei Rivenich am Hetzerather Berg dann doch zu einem Waldbrand. Auch hier hatte die Wehr Glück: Nur 500 Quadratmeter fielen den Flammen zum Opfer. Am Montagabend hatten fünf Hektar Weinberge und Gemeindewald auf dem "Fuchsberg" gebrannt. Die Polizei geht von Selbstentzündung aus. Am Montag hatten die Wehren Brände bei Irmenach/Beuren und Hinzerath gelöscht.

(Quelle: Trierischer Volksfreund)


Feuergefahr steigt

RIVENICH/HINZERATH. (mai) Im Kreis Bernkastel-Wittlich kam es gestern und am Montag zu Flächenbränden. In mehreren Fällen konnte nur knapp ein Großbrand verhindert werden. Für die gesamte Region gilt wegen der großen Dürre erhöhte Feuer-Alarmbereitschaft.
Vier Mal musste gestern die Feuerwehr in der Verbandsgemeinde Wittlich-Land ausrücken. Am Hetzerather Berg bei Rivenich konnte sie am Nachmittag nur mit Glück einen Brand stoppen, nachdem diesem 500 Quadratmeter Wald zum Opfer gefallen waren. Bei einem Flächenbrand von 2,5 Hektar Feld auf dem "Fuchsberg", ebenfalls bei Rivenich, verhinderte nur der günstig stehende Wind, dass die Flammen auf den Wald übergriffen. Weitere Einsätze gab es gestern zwischen Hetzerath und Klüsserath und bei Sehlem. Einen Großbrand im Wald bei Hinzerath konnte die Feuerwehr am Montagabend nur aufgrund der frühen Alarmierung und der Windstille verhindern. Als Ursache der Brände wird fahrlässiger Umgang mit Feuer vermutet. Die Hitze sorgt auch dafür, dass die Keime und Algen in den Badeseen zunehmen. Bislang gibt es noch keine Badeverbote in der Region.

(Quelle: Trierischer Volksfreund)


13.August 2003

Brandstiftung wahrscheinlich

RIVENICH. (m.a)Die Brandserie in Rivenich reißt nicht ab. Zwar gebe es laut Polizei Wittlich noch keine konkreten Hinweise auf Brandstiftung, aber die Wahrscheinlichkeit sei sehr hoch. Nach dem es am Montag zu mehreren Bränden in der Verbandsgemeinde Wittlich-Land kam, setzte sich die Serie am Dienstag und Mittwoch fort. Der Schwerpunkt lag dabei im Raum Rivenich. Revierleiter Alois Meyer schätzt, dass fünf bis sechs Hektar Wald und landwirtschaftliche Flächen bislang verbrannt sind. mar/sas

(Quelle: Trierischer Volksfreund)


Rivenich: Brandserie reißt nicht ab

Schon wieder brennt es bei Rivenich: Der mittlerweile fünfte Brand dort hat heute, Mittwoch, gegen 11.15 Uhr wieder die Wehren anrücken lassen, informiert Kreisfeuerwehrinspektor Willi Herres. Über das Ausmaß steht noch nichts fest. Erst gestern Abend wurden die Feuerwehren nach Rivenich gerufen. Sechs Wehren unterstützt von Winzern und Landwirten löschten Feuer am Waldesrand und in einer Weinbergsbrache. Eine Nachtwache sollte anschließend das Gebiet kontrollieren. Die Brandursache ist unbekannt.

(Quelle: Trierischer Volksfreund)


14.August 2003
 

Rivenich/Hetzerath: Brandserie hält Feuerwehr in Atem

Keine ruhige Minute für die Feuerwehr: Die Brandserie im Bereich Rivenich/Hetzerath setzte sich gestern, Mittwoch, Abend fort. Bei dem Brand, der gestern gegen 16.30 Uhr bei Rivenich gemeldet wurde, brannten 1000 Quadratmeter Mischwald ab. Die Feuerwehren hatten den Brand gegen 18.00 Uhr unter Kontrolle. Im Einsatz waren die Wehren von Hetzerath, Rivenich, Salmtal, Klausen, Piesport, Neumagen, Esch, Platten, Sehlem, Osann-Monzel, sowie private Unternehmen und eine Vielzahl von Privatleuten mit Wasserfässern. Gegen 18.10 Uhr dann wurde der Brand von 155 Quadratmetern Stroh in Hetzerath, Verlängerung der Straße "Im Buhnert" gemeldet. Ein ca. 50 mal 30 Meter großes Stoppelfeld war abgebrannt. 19.27 Uhr wird ein Brand rechts der Autobahn, in Höhe der Abfahrt Salmtal gemeldet. Die Feuerwehr Wittlich fährt zusätzlich in den Einsatz. Es brannten Ablagerungen von Rindenmulch und eine angrenzende Douglasienschonung in einer Größenordnung von 200 Quadratmetern. Durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr konnte eine Ausbreitung verhindert werden.

(Quelle: Trierischer Volksfreund)


Fahndung nach Feuerteufel

RIVENICH. (mai) Keiner glaubt mehr an einen Zufall: Die Kripo ermittelt wegen einem Dutzend Brände rund um Rivenich (Kreis Bernkastel-Wittlich) innerhalb von drei Tagen.
Offiziell heißt es bei der Kripo: "Wir ermitteln in alle Richtungen." Doch laut TV -Informationen geht die Polizei davon aus, dass die Brandserie rund um Rivenich von einem Brandstifter gelegt wurde. Seit Montagabend gab es etwa zwölf Brände bei Rivenich und den benachbarten Gemeinden Hetzerath und Sehlem, zum Teil in sehr kurzen zeitlichen Abständen. Laut den Rivenicher Feuerwehrleuten, die bei den Bränden von bis zu neun benachbarten Wehren unterstützt wurden, muss sich der vermeintliche Brandstifter vor Ort auskennen. Mehr als zehn Hektar Land, vor allem Weinbergs- und andere Brachen, aber auch Wald sind laut Schätzungen bislang verbrannt. Gestern gab es zwar keinen Alarm, dennoch kamen die Rivenicher Feuerwehrleute nicht zur Ruhe. Sie überwachten die Umgebung ihres Ortes von verschiedenen Posten aus. Dass der Zutritt zu den Wäldern aufgrund der vermuteten Brandstiftung kurzzeitig verboten wird, verneinte der Forstamtsleiter von Wittlich Stefan Wiegand gestern. Gleichwohl räumte er ein, dass die Forstämter aufgrund der Wetterlage täglich prüften, ob eine Schließung in Betracht käme. Im Zweifelsfall ließe sich ein Brandstifter davon jedoch nicht aufhalten.

(Quelle: Trierischer Volksfreund)


Rivenich bietet Feuerteufel die Stirn

RIVENICH. Die Angst geht um in Rivenich, dass das Feuer, das in den vergangenen Tagen Felder und Wald rund um den Ort zerstörte, auf das Dorf übergreift. Doch die Rivenicher lassen sich nicht unterkriegen.


Von unserer Redakteurin
MARION MAIER
 


 
 Wird er überleben? Forstrevierleiter Aloys Meyer untersucht einen Baum, dessen Stamm brannte.Foto: Marion Maier

"Was war das für ein dunkles Auto?" Forstrevierleiter Aloys Meyer gibt Gas bei seinem Weg durch den Rivenicher Wald. "Ach so, unsere Streife", sagt er gleich darauf erleichtert, als er den Golf vor sich erkennt.

Wer sich in diesen Tagen um Rivenich herum mit oder ohne Fahrzeug bewegt, muss damit rechnen, misstrauisch beäugt zu werden. Von Montagabend bis Mittwochabend gab es zwölf Brände rund um den Ort, sieben davon direkt bei Rivenich. Kein Mensch glaubt da mehr an Zufall, alle gehen von Brandstiftung aus.

Felder, Brachen, Wald: Was kommt als nächstes?

Bislang brannten Felder, Brachen und Wald, der besonders schwer zu löschen ist. "Was zündet er als nächstes an?" fragt Claudia Kranz besorgt. Die Mutter von zwei Kindern wohnt gleich gegenüber vom Feuerwehrhaus der 770 Einwohner zählenden Gemeinde. Sie beobachtete, wie die Feuerwehrleute in den vergangenen Tagen kaum noch nachkamen mit dem Wasser-Tanken. Zur Stimmung im Ort meint sie: "Hier haben alle Angst davor, dass es auch im Dorf brennt." Das kann Ortsbürgermeister Günter Thul nur bestätigen. Er ergänzt: "Wir haben keine Ruhe, bis der Feuerteufel gefasst ist." Und als hätten sie in den vergangenen Tagen nicht schon genug geschuftet, kümmern sich auch darum die Feuerwehrleute. Nach drei Tagen im Löscheinsatz sind nun, am vierten Tag, zwölf der insgesamt 17 Rivenicher Feuerwehrleute zur Beobachtung im Einsatz. Die zwölf haben zur Zeit eigentlich Urlaub. Doch statt die freie Zeit zu genießen, haben sie sich zusätzlich zur Polizei, die Streife fährt, rund um Rivenich postiert und halten Ausschau - wonach?

Der stellvertretene Wehrführer Oswald Kön, dem man unter seiner Schnappenkappe die Anstrengung so langsam ansieht, der sich aber gleichzeitig rührend um seine Männer kümmert und sie für ihren Einsatz lobt, erklärt: "Jede Person, die sich hier bewegt, ist verdächtig." Etwa ab 11.30 Uhr stehen die Wehrleute auf ihren Posten - um diese Zeit hatte auch an den beiden Vortagen der Feuerspuk begonnen. Zur Mittagspause kommen die Beobachter, die an diesem Tag nichts wirklich Aufschlussreiches mehr sehen werden, zum Feuerwehrhaus.

Unter ihnen Gruppenführer Guido Becker. "Außer der Polizei habe ich nichts gesehen", sagt er und lacht. Ist er nicht bald am Ende? "Nach fünf Einsätzen ist man langsam entkräftet, aber man will ja helfen." Für einen Feuerwehrmann scheint das das Normalste der Welt zu sein. Aber nicht dann, wenn es andere tun. Becker: "Ein großes Lob für die Zivilisten. Toll, wie die mitanpacken."

Mit Gülle- und Spritzfässern gegen das Feuer

Mit Gülle- und auch Spritzfässern hatten Landwirte und Winzer der Feuerwehr an den Vortagen unter die Arme gegriffen. Denn gerade auf dem Fuchsberg, wo es mehrfach gebrannt hatte, sind keine Hydranten. Auf die sind die Rivenicher mit ihrem Tragkraftspritzenfahrzeug jedoch angewiesen. Hilfe bekamen sie natürlich auch von den Tanklöschfahrzeugen der Wehren Salmtal, Neumagen-Dhron, Niederemmel und Wittlich. Doch die hatten zum Teil Probleme, auf den Wegen durchzukommen. Revierleiter Meyer: "Es haben viele Brachen gebrannt, die Wege dort werden aber oft nicht mehr gepflegt. Im Gemeinderat wurde gestern beschlossen, ein Netz von Hauptwegen offen zuhalten." Meyer empfiehlt das auch allen anderen Gemeinden. Vor Feuer ist niemand sicher. Den Schaden, der bislang bei Rivenich entstanden ist, schätzt er auf "zig Zehntausende Euro".

(Quelle: Trierischer Volksfreund)


15.August 2003

Rivenich: Erneuter Brand

Ein neues Feuer am Fuchsberg bei Rivenich meldet Forstrevierleiter Aloys Meyer. Gegen 14 Uhr ist der Brand entdeckt worden. Diesmal befürchtet man, dass die Flammen auch den Wald erreichen. Seit Montag sind die Feuerwehren im Dauereinsatz wegen der Brandserie, die heute ind der Nacht auf Freitag erstmals unterbrochen schien. Die Kripo ermittelt wegen Brandstiftung.

(Quelle: Trierischer Volksfreund)


Feuerteufel gefasst

RIVENICH/PELLINGEN. (mai/mic) Der Feuerteufel ist offenbar gefasst: Nachdem der Brandstifter von Rivenich gestern erneut zuschlug, vermeldete die Polizei einen Fahndungserfolg. Ein 31-jähriger wurde als Tatverdächtiger festgenommen.
Genau einen Tag Ruhe hatten die Rivenicher. Gestern ging es dann mit der seit Montag anhaltenden Brandserie weiter. Am Nachmittag brannte es auf dem zwischen Rivenich und Neumagen-Dhron gelegenen Fuchsberg - der 13. Brand rund um Rivenich in dieser Woche. Nur kurz nach dem Brand nahm die Polizei einen Tatverdächtigen Mann fest, wie Monika Peters vom Trierer Polizeipräsidium am Abend mitteilte. Der 31-jährige stammt nach TV -Informationen aus Rivenich. Ermittler der Kriminalinspektion Wittlich nahmen ihn in seiner Wohnung fest. Bei der ersten Befragung gab er die Brandstiftungen zu.

Einen Feuerwehreinsatz gab es unterdessen auch gestern Nachmittag bei Pellingen (Kreis Trier-Saarburg). Eine Fläche von rund 10 000 Quadratmetern brannte auf einem Stoppelacker. Die Feuerwehr Lampaden hatte den Brand schnell unter Kontrolle. Fremdeinwirkung wurde als Ursache ausgeschlossen.

(Quelle: Trierischer Volksfreund)


TRIER/RIVENICH. (mic/mai) Die Erleichterung in Rivenich war gestern deutlich zu spüren: Der Brandstifter, der in dieser Woche 13 Brände gelegt haben soll, wurde festgenommen. Es handelt sich um einen 31-Jährigen aus Rivenich.

 
 

Die Motive des Mannes sind laut Polizei noch unklar. Klar ist lediglich: Der 31-jährige hat gestern Nachmittag in den ersten Befragungen zugegegeben, für die Brände der vergangenen Tage verantwortlich zu sein. Schon seit Mitte der Woche richteten sich die Ermittlungen der Wittlicher Kriminalbeamten gegen ihn. Auf den Mann aufmerksam geworden waren sie, weil er sich an verschiedenen Brandorten um Rivenich auffällig verhalten hatte. Mehr wollte Polizeisprecherin Monika Peters dazu noch nicht sagen. Lediglich noch, dass der Mann bisher nicht im Zusammenhang mit Brandstiftung aufgefallen war. Gestern war der Tatverdächtige offenbar auf dem zwischen Rivenich und Neumagen-Dhron gelegenen Fuchsberg auf einer nur über einen Feldweg zu erreichenden Wiese aktiv geworden. Innerhalb einer halben Stunde hatten die Wehren von Rivenich, Wittlich-Stadt, Salmtal und Hetzerath das Feuer gelöscht, das schon auf Hecken übergegriffen hatte. Bereitschaftspolizei hatte gestern die Wachposten der Rivenicher Wehr rund um den Ort abgelöst. Nach der Tat fuhr der mutmaßliche Feuerteufel im Auto zu seiner Wohnung in Rivenich zurück, wo ihn allerdings die Kripo schon erwartetet. Dort gestand er auch die Taten.

Die Nacht verbrachte er in Polizeigewahrsam. Heute wird er dem Haftrichter vorgeführt. Noch voller Misstrauen konnte sich der der Wehrführer der Rivenicher Feuerwehr, Lothar Follmann, der wegen der Brandserie seinen Urlaub abgebrochen hatte, gestern Abend nicht so recht freuen. "Wir wissen es ja noch nicht genau, ob das der Täter ist. Ich hoffe nur, dass wir jetzt Ruhe haben." Revierförster Aloys Meyer hingegen wirkte schon gelöster, wenn auch immer noch vorsichtig. "Wir sind froh, dass hoffentlich alles vorbei ist." Im Laufe des Tages hatte sich die Nachricht, dass die Polizei einen Tatverdächtigen mitgenommen hatte, schnell im Dorf herum gesprochen. "Man hat eine Riesenerleichterung gespürt", sagte Meyer. "Wir sind froh, dass keine Leute zu Schaden gekommen sind."

Auch Bürgermeister Günter Thul zeigte sich am Abend erfreut: "Dann hätten wir endlich Ruhe im Dorf." Zustimmen werden ihm wohl vor allem die 17 Feuerwehrleute von Rivenich, aber auch die der umliegenden Orte. Tagelang waren sie im Einsatz.

(Quelle: Trierischer Volksfreund)